Kapitel 11 - LEBEN IN ARK TWO

Kapitel 11 - LEBEN IN ARK TWO

Ein Vierteljahrhundert nachdem wir es gebaut haben ist das größte Problem von Ark Two seine Instandhaltung.
Der Unterschlupf ist so stark wie eh und je.
Manche sagen, daß Beton im Lauf der Zeit stärker wird.
Wir haben ein Dutzend Lecks, die sich hier und da entwickelten - aber nichts ernsthaftes.

Wir kämpfen nun einen ständigen Kampf mit Ratten.
Die Schlangen hielten sie fern und ich habe die Schlangen nicht entmutigt, aber ich habe sie in der letzten Zeit einfach nicht gesehen.
Ich denke, das der Köder, den ich für die Ratten ausgelegt hatte, die Schlangen getilgt hat.
Schimmel und Feuchtigkeit sind die größten auszustehenden Kämpfe.
Sie übertreffen jetzt sogar die der Regierung und es ist einige Jahre her, seitdem wir einen Einbruch hatten.

Im Ganzen sind die Dinge aber stabil.
Während ich diese Worte schreibe, werde ich das Leben hier ab diesen Moment beschreiben.
Es hat die letzten drei Tage geschneit, also waren es gute Tage, um drin zu bleiben, die mit Holz befeuerte Kochstelle am Laufen zu halten und Zeit zu haben, dieses Buch zu schreiben.
Es sind nur Jean, Hund Jemma und ich an diesem Wochenende hier, was sehr unüblich ist, weil normalerweise einige Menschen jede Woche hier sind.

Letztes Wochenende brachten Wilf, ich und ein anderer die großen Diesel-Starter-Batterien vom Unterschlupf in die Garage, sie wurden aufgeladen und sind bereit, wieder runter gebracht zu werden.
Unser Diesel-Experte hätte kommen sollen, um am kleinen Motor für den Reserve Caterpillar-Generator zu arbeiten, aber er kam nicht.

Eine ganze Arbeitsmannschaft, die letztes Wochenende von London, Ontario kommen sollte, ist auch nicht aufgetaucht.
Das ist ein übliches Ereignis.
Ich würde sagen, daß achtzig Prozent der Menschen, die sagen, daß sie kommen – tun´s nicht, aber wir sind sehr dankbar für die vielen, die wirklich erscheinen.
Durch die Größe unseres Komplexes brauchen wir wirklich mehr Hilfe als wir haben.
Wir hatten acht Menschen, die letzte Woche Holzarbeiten durchführten, inklusive meiner Tochter und meinem Enkelsohn.

Der örtliche Baumarkt lieferte uns eine kostenlose Ladung von Latten und mein Enkelsohn nahm die Kreissäge und schnitt sie zurecht.
Zwei Häuser weiter unten auf der River Road ließ man uns in ihre Wälder gehen und die toten, noch stehenden Bäume schneiden.
Wir verbrachten ein paar Wochen damit, das Holz aufzuschichten und brachten es dann zum Haus, wo wir es in der Einfahrt zurechtgeschnitten haben.
Es hat für uns vier den ganzen Tag gedauert, das Holz zu spalten, die Garage zu füllen und draussen zu stapeln.
Der Holzstapel draussen nimmt den Platz eines Autos in der Einfahrt ein.

Unser Batterieexperte sagt, er wird nächste Woche aus Toronto kommen.
Wir haben die Batterien in der hinten liegenden Scheune für viele Jahre am Laufen gehalten.
Es sind neugebaute Batteriezellen auf Gabelstaplern.
Es ist viel Aufwand, die Batterien zu warten, aber wir haben von einer neuen Entschwefelungstechnik durch harmonische Frequenzen gehört, die wir ausprobieren könnten.

Das Buch zu schreiben, hat mich davon abgehalten, die Würmer aufzuwühlen.
So nenne ich das, wenn ich reingehe und die Würmerausscheidungen raushole.
Sie leben in unserer Küche, wo Jean sie füttern und das Wurmwasser entleeren kann.
Wir sammeln das Wurmwasser in Plastikkrüge und ich packe die Ausscheidungen als Dünger in Plastik-Eimerchen.
Jean schickt kostenlose Informationen darüber in die Welt von ihrer Webseite.

Sie hat viel zu tun, was sie beschäftigt hält.
Wir konzentrieren uns sehr auf Gartenarbeit und Einwecken, während dafür die Zeit ist. Wir haben zweiundzwanzig Bienenstöcke, die von einem Imker betreut werden, aber wir sind weit entfernt davon, Lebensmittel-autark zu sein.
Jean kocht viel 'vom Grunde auf', so auch beim Backen (dennoch kaufen wir Brot), sie macht Dinge, wie Pudding und Ketchup.
Sie sammelt und rettet Saatgut und trocknet Lebensmittel in einem Trockenschrank, den ich für sie gemacht habe.
Das sind einfach Dinge, welche die meisten Menschen einfach nicht mehr machen.

Hund Jemma, welche wir pflegen, hatte zwölf Junge diesen Sommer und hat bis jetzt insgesamt dreißig.
Die National Service Dog Organisation bei der wir freiwillig Mitglied sind möchte uns nicht das Werfen und die Welpenaufzucht überlassen.
Ich denke, sie glauben, dass wir zu alt sind. Und da liegen sie möglicherweise richtig.
Die Welpen werden alle als Servicehund für Kinder mit Autismus trainiert. 
Das ist ein anderes von Jean's vielen Projekten - und eines, das ich wirklich liebe.
Hund Jemma schläft auf meinen Zehen, während ich dies schreibe.

Wilf, der für über zwanzig Jahre ein Mitglied war, ist diese Woche mit dem großen Lastwagen unterwegs, er zieht von Toronto nach Eliott Lake um.
Ich wünschte, wir hätten den Garten im Herbst pflügen können und wir brauchen dringend eine Reinigungscrew, um im Unterschlupf zu arbeiten.
Vor ein paar Wochen haben wir einen Suppenkessel hereingebracht.
Das bedeutete, zwei Türpfosten abzunehmen und die müssen wieder angebracht werden.
Es gibt immer irgendwas.

Mein Sohn baute mir vor einigen Jahren einen Nachtalarm, der einen Summer auslösen und ein batteriebetriebenes Licht in unserem Schlafzimmer anschalten sollte, falls der Strom in der Nacht ausfällt - aber letztes Mal schlug er fehl. So brachte ich ihn dazu, daß er ihn wieder mitnahm, um ihn zu reparieren.

Weihnachten ist in drei Wochen und die Familienweihnachtsfeier wird in zwei Wochen stattfinden.
Es wird eine Menge der entfernten Familie und Verwandtschaft da sein.
Jean wurde in diesem Dorf am Anfang des letzten Jahrhunderts geboren, genauso wie ihre Mutter, zwei Jahrhunderte vor diesem (in den 1800er Jahren), dadurch haben wir viele Beziehungen hier.
Es gibt eine oder zwei grosse Familien von dieser Zeit, die immer noch in diesem Dorf leben und jetzt haben Jean‘s und deren Verwandten untereinander geheiratet.
Ich sehe sie alle als unsere Unterstützergruppe an, obwohl sie im Moment alle ungefähr einhundert-Prozent Nichtgläubige sind, aber dann bringen sie dennoch gerne ihre Freunde mit vorbei um den Unterschlupf zu sehen.

Das Leben ist sehr friedlich und angenehm hier im Dorf.
Menschen von der Stadt äussern stets, wie ruhig es ist.
Wir haben wunderschöne Ströme und Wasserfälle auf unserem Grundstück.
Einer davon wird Little Wonder Falls genannt.
Jean's Großvater hatte eine Mühle dort, die ’Little Wonder Flour’ (Mehl) gemacht hat.
Wir besitzen auf dem Grund beide Seiten des Stroms und der Wasserfälle, sowie beide Seiten des Stroms und des Wasserfalls beim Haus.

Auf der einen Seite des Unterschlupfs ist ein viereinhalb Meter Abhang hin zum Strom, und auf der anderen Seite haben wir einen Hügel, welcher den Unterschlupf überblickt.
Auf dem Hügel haben wir einen Beobachtungspunkt, von welchem wir auf 'Stonehenge'-artige Fenster herunterschauen können, welche wir platziert haben, um die Sonnenwenden, Tag- und Nachtgleiche und dergleichen zu markieren. Ich habe auch einen Nordsternanzeiger, so daß ich in der Lage wäre, zu erkennen, falls die Erde jemals ihre Achse verschieben sollte.

Weiter auf dem Hügel haben wir das Bahj’i du Canada Memorial, wo unser Sohn Bahj’i begraben liegt.
Die Häuptlinge erteilten die Erlaubnis, ihn auf dem Indianerfriedhof zu begraben.
Dr. Thunderlight, der zu dieser Zeit Vorsitzender der Southern Metis war, setzte den Roten Erinnerungsstein in einer speziellen Süßgras-Zeremonie.
Das Land, auf dem Ark Two liegt, hat große spirituelle Bedeutung, welche die Amerikanischen Ureinwohner schon vor der Ankunft der Weißen erkannt hatten.
Es würde ein weiteres Buch benötigen, um diese Bedeutung näher zu beleuchten, aber der Respekt, den wir davor haben, wird für den Leser offensichtlich sein, wenn er die Zitate der Amerikanischen Ureinwohner liest, die sich überall im Buch befinden.

So leben wir gegenwärtig in Ark Two. Was in der Zukunft sein wird, weiss nur Gott.
“Wir ertragen geduldig die Dinge, die er in der Vergangenheit bestimmt hat oder in der Zukunft bestimmen wird."
“Überhaupt nichts, sei es in der Vergangenheit oder der Zukunft, kann seinem Willen entgegenstehen.”

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